"Du wolltest heute nicht hier sein."
Sie sah mich fragend an.
"Ich sollte genau hier sein."
"Aber du wolltest doch fahren."
"Was man möchte und was man besser nicht tut, sind zwei verschiedene Dinge.Ich übernehme deine Leber, wenn du dafür mein Herz übernimmst."
"An der würdest du sterben wenn es das ist, was es zu sein scheint."
"An meinem Herz auch, Süße."
"Das glaube ich nicht, das ist stark, aber weißt du was? Wir haben uns 33 Jahre begleitet, dann können wir auch zusammen ins Gras beißen."
Sie nimmt mich in den Arm und wir sitzen in der alten Laube, hören dem Regen zu und beobachten die Mücken, die um die alte Laterne tanzen.
Keiner von uns will nach hause.
Heute erwartet uns dort nichts.
Nichts, was es wert wäre, heim zu gehen, all unsere Kinder sind heute untergebracht.
Ich hab sie so lieb und ich seh in ihr Gesicht und weiß, dass wenn die Diagnose bestätigt wird, ich einen weiteren Menschen verliere. Noch eine Freundin. Noch einmal Kinder, die ratlos und voller Schmerzen zurückbleiben.
Ich habe Angst; ich frage mich:
Welches Recht habe ich, mich über mein Schicksal zu beklagen?
Ihres von oben gelenkt, meines schlichtweg hausgemacht.
Wenn ich sehe, was sie schon alles ertragen hat, komme ich mir schäbig und egoistisch vor. Und klein.
vor 2 Tagen

9 Kommentare:
Und ich bin jetzt sprachlos....
Einfach nur sprachlos.
Und ich wünsche ein Wunder...
(((Drück Dich)))
Lilly
furchtbar und traurig ist das...bestehen keinerlei Hoffnungen :(?
scheisse...!
Schon schlimm wenn man hilflos daneben stehen muss..aber nur da sein, bewirkt oft Wunder..
Kopf hoch Haserl
... Lass dich lieb umarmen...auch wenn es den Schmerz nicht nimmt...
Mein Herz rast!
Nichts und niemanden wünscht man soetwas!
Es hört sich schlimm an!
Steh ihr bei, auch wenn es eine harte Zeit wird!
Geniesse die Zeit mit ihr!
Ich wünsche dir viel Kraft dafür!
*drückdich*
Es war bestimmt richtig und wichtig, dass du geblieben bist.
Du bist da, wenn man dich braucht (auch wenn es nicht ausgesprochen wird) und nichts ist schlimmer, wenn man sich irgendwann vorwerfen müsste, dass man es nicht war.
Dazu gibt es nichts zu sagen... fühl dich einfach gedrückt.
Zunächst einmal: Es ist ein VERDACHT auf Leberkarzinom, der per Ultraschall vordiagnostiziert wurde und der wird nächste Woche hoffentlich nicht bestätigt.
@ Lilly: Ich war auch sprachlos und entsetzt. Bei ihr gibts immer wieder Wunder. Angefangen von nem reanimierten verunfallten Kind, das überlebt hat, nem Sohn, der ohne Schaden die Meningitis hinter sich hat, Schlaganfall und verkapselten Tumoren. Abwarten, was das CT sagt.
@Schuschan: Doch. So wie ich sie kenne, gibt es immer Hoffnung.
@Maerlin: Ich lass den Kopf doch niemals hängen, das weißt du doch. Hauptsache sie tuts nicht.
@Arwen: Um sie muss man immer Angst haben. Eine Katastrophe jagt die andere. Danke, ich werde sie drücken, denn ich muss dieses ewige Damoklesschwert ja nicht ertragen. Schmerz empfindet man für Menschen, die man lieb hat umso mehr. Helfen wird er ihr nicht.
@Exhausted: Wichtig ist, dass man da ist, wenn man gebraucht wird. Und das bin ich immer. Daran ändern auch Entfernungen nichts.
@Alex: Du hast recht. Es macht einen sprachlos.
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