Ständig liest man auf den verschiedensten Blogs von Depressionen, von Zerrissenheit, von Tiefs und davon, wie beschissen doch das Leben ist oder einem mitgespielt hat.
Sicher laufen nicht immer alle Dinge fein in eine Richtung. Wobei ich mich frage, ob Gradlinigkeit nicht auch langweilig ist.
Aber was bringt einem im Leben weiter? Jammern? Wohl eher nicht.
Sich selbst zu bedauern, sich bedauern zu lassen, das wäre nicht mein Ding.
Auf Dauer geht man damit Freunden, der Familie und seiner kompletten Umgebung auch mächtig aufn Zwirn. Die wissen nach ner Zeit auch nicht mehr, was sie einem raten sollen, denen geht die Puste aus.
Ich will hier niemanden anprangern, manche Situtationen sind sicher fürchterlich, schwer zu ertragen und belastend.
Sicher hat man mal schlechte Tage und hält sich möglichst viel vom Leib, cancelt sich ab, macht sich dünne, zieht sich zurück und die Decke übern Kopf - soweit möglich.
Aber Seelenstrip? Never - jedenfalls läge mir das nicht. Klingt irgendwie wie ein Heischen nach Bestätigung, nach Zuspruch.
Andere können sich seltenst, vor allem hier nicht, ein genaues Bild machen, weil sie nur eine Seite lesen können. Braucht man Mitleid?
Ich finde, dass das was man Leben nennt einfach nicht interessant wäre, gäbe es nicht diese Höhen und Tiefen. Wobei Tiefen einen doch erst den Wert der Höhen erkennen lassen, manchmal sogar tragen können, wenn man erkennt, das man es auch hätte anders machen können. Und dann straight nen Richtungswechsel einschl. Korrektur (wenn noch möglich).
Wenn nicht: Lerneffekt.
Und ich glaube, dass viele Dinge gar nicht so tragisch wären, hätte man Handeln vorher mit eventuellen Konsequenzen durchdacht.
Sicher gibt es Depressionen - ich hatte sogar mal eine - ein paar Wochen jedenfalls und heftig und schon lange her.
Davor ist glaub ich niemand geschützt und manchmal triffts einen direkt zwischen die Augen.
Hilfe gibt es überall. Jedenfalls wenn man will und sie erkennt.
Reflektion ist wichtig. Denn ohne die versumpft man, versteht man sich selber nicht, verstehen einen andere nicht.
Jammern ist out. Handeln ist in.
Das wollte ich nur mal angemerkt haben, weil ich hier beim Lesen in den 100000 Blogs über die man so stolpert, scheinbar eine schleichend kollektive Frühjahrsdepri breit gemacht hat.
Ihr könnt mich jetzt ne unsensible alte Schabracke nennen.
Viele Geschichten tun mir aufrichtig leid und wenn man sie in den Annalen durchstöbert, fällt jedoch oft auf, dass nur eine Sichtweise der Dinge und Auslöser wiedergeben wird. Immer und immer wieder...
"Same procedure as every year, James!"
Und was noch auffällt: Schuld haben immer andere.
Opfer werden nicht gemacht. Zum Opfer macht man sich oft selber.
Also, Jungs und Mädels. Krempelt mal die Ärmel hoch und streckt den Hals. Und dann ans Werk und ans Verfolgen Eurer Interessen, Beachten Eures Bauchgefühls, Herzchens, Betrachten Eurer Umgebung.
Viele fallen so tief, weil sie sich ohnmächtig gegenüber Situtationen empfinden, die immer noch vorhandenen netten Dinge des Lebens nicht mehr sehen können. AUGEN AUF!!!
Niemand ist oder sollte ohnmächtig oder blind sein. Traurigkeit - eine zeitlang - ist immer erlaubt und gesund und dient der Verarbeitung. Ein Dauer-Loch nicht! Sich im Kreis zu drehen, immerwährende Mechanismen zu bedienen auch nicht.
In pathologischen Fällen hilft ein guter Therapeut der der Sache aufn Grund geht.
Die leisten tolle Arbeit.
In leichteren Fällen oder bei Erstauftreten:
Raus an die Sonne (wenn vorhanden) und LAUT fluchen hilft auch manchmal.
Und wers nicht packt sich aus Situationen heraus zu manövrieren, sich fiesen Menschen zu entledigen, sich nicht mehr manipulieren oder sich Dinge gegen seinen Willen/Herz/Bauchgefühl diktieren zu lassen, dem empfehle ich wirklich und von ganzem Herzen ein Buch:
Das Lola²Prinzip.
(Ätzend zu lesen, aber wenn man sich einmal durchgewuselt hat, ein Goldschatz.)
Es war mir ein Grundbedürfnis das ma los zu werden.
Gruß an die Bloggerschaft
von der unsensiblen, kaltherzigen und trotzdem dem dicksten Scheiß noch Positives abgewinnen könnenden
Bekloppten
(Kritik erwünscht ... Ich vertrag auch zur Not Steine annen Kopp)!
vor 2 Tagen

14 Kommentare:
STRIKE!!!
@Buck: War mir nach dem heutigen Tag ein Grundbedürfnis.
ich liebe dich...ggggg...gib mir 5 "PATSCH"
@ Stumpfi: Ick dir nicht, aber schlag trotzdem ein *Klatsch* ;o)
Oha...war ein schlimmer Tag?
Heul doch...*grins*
;-P
@ Buck: Nööööööööö .. Lächeln ;o)
Same procedure as every month ...
Wie recht du hast.- Du hast genau das ausgesprochen, was ich mir auch so manchesmal in den letzten Tagen gedacht habe.
Ich glaube, wir sind uns da schon ziemlich ähnlich.
Auf die Fresse fallen, aufstehen, Dreck abklopfen, Stinkefinger zeigen, weitermachen.
Einen Frust schieben kann man nicht mit einer Depression vergleichen. Frust schieben wir alle irgendwie, mal mehr, mal weniger.
Eine Depression ist was ganz anderes und wird leider immer wieder verwechselt und auch belächelt. Was denen, die wirklich mit einer Depression zu kämpfen haben, nicht gerade gut tut, denn da helfen Sprüche wie "reiß dich mal zusammen" absolut nicht. Ganz im Gegenteil.
Aber ich will da auch nicht weiter ins Detail gehen.
Ich hol mir auch eine Beule nach der anderen. Manchmal ist auch mein Lerneffekt gleich Null.
Allerdings sehe ich nach einer massiven Runde Jammern - die wirklich jedem zusteht - auch immer zu, dass ich wieder weitermache. Und achte drauf, dass mir sowas nicht nochmal passiert (das ist dann die Sache mit dem Lerneffekt).
Ohne mich selbst beweihräuchern zu wollen glaube ich, dass ich schon mehr Geröll beseite geschafft habe, als andere jemals in ihrem Leben vorfinden werde. Ist eben so, ausgesucht hab ich mir das nicht.
Allerdings bin ich allergisch gegen jedewede Art von zelebriertem Selbstmitleid und Dramaqueens (und -kings).
Das sind auch die Leute, die ihre Kruste einer Wunde aufpörkeln und drücken, bis es wieder blutet, damit sie wieder jammern können. Ätzend.
Ich glaub, manche Leute wollen sich einfach schlecht fühlen, als ob sie die Erfahrung gemacht hätten, dass sie nur dadurch wahrgenommen werden.
Eine Therapie wäre da wohl der richtige Weg.
oder einen Tritt in den Hintern, je nach dem *fg*
@ Kingsizefairy: Bingo. Jammern wird man immer mal wieder. Ich verurteile das auch nicht. Wie lange ist allerdings ausschlaggebend.
Und wer seine Wunden immer wieder aufreißt braucht eine Therapie, weil er scheinbar sonst nix mehr fühlt und sich dann wenigsten so etwas fühlenswertes herbeischafft.
Aber so ne Beurteilung gehört in die Hände erfahrener Leute.
Ich lehns halt nur ab immer und immer wieder um die gleiche Kacke zu kreisen. Wenn ich was ändern will, dann änder ich das, soweit es in meiner Macht liegt, oder geb notfalls auch Ziele und Hoffnungen auf und orientiere mich an meinen Möglichkeiten.
Alles andere ist Humbug und schrottet einen selber.
Ich nehm doch nicht freiwillig den nächsten kräftigen Anlauf, um nach nem ersten Aufprall nochmal vor die Wand zu laufen ... tztztz
Ist aber glaub ich ne Frage von eigener Wertschätzung, gesundem Selbstvertrauen und Reflektion.
Kann nicht jeder, hat nicht jeder.
Sie unsensible alte Schabracke,
sie haben ja so Recht *grins*!
Liebe kaltherzige Bekloppte,
Ich hab mich vor fast 33 Jahren mehr als 24h durch einen Geburtskanal gequetscht, um ans Licht zu kommen, warum sollte ich also jetzt im Schatten laufen wollen?
Ich bin der Überzeugung, dass alles, was ich vom Leben vor die Stirne geknallt bekomme, für mich lösbar ist. Niemand hat gesagt, dass das immer toll ist, das Leben ist kein Ponyhof. Vielleicht mag ich ja auch keine Ponys, dann liegt es an mir, eine Schaffarm, eine Spinnensammlung (Grüsslis, Buck) oder eine Seehundzucht aufzubauen.
Wenn ich heute über all die Scheisse nachdenke, die passiert ist, kann ich mit Sicherheit erkennen, für was es "gut" war. Garantiert lag in jedem Schmerz eine Erkenntnis, und darin liegt das wirkliche Wachsen.
Mein Wort zum Dienstag...
^^
Mir sind die Depris in der Bloglandschaft auch schon aufgefallen.
Ätzend irgendwie...
Hej, du hast recht!
@ Schuschan: Siehste. Sach ich doch. Dabei hab ich gedacht, ich bekomm jetzt Gratissteine, aber neeeeeeee :o(
@ Sabrina: Es gibt nix Unlösbares ausser manche Krankheiten. Alles andere ist irgendwie regalbar. Vielleicht mit Abstrichen. Und da liegt bei so vielen das Problem. Das können und wollen sie nicht ... Ich hab 2 Kinder von der ersten Minute allein großgezogen, hab gearbeitet, mehrere Beziehungen geschrottet oder in den Sand gesetzt, aber ich würde es immer wieder so machen. Viele sind doch "nur" so unzufrieden, weil sie mit sich selber oder mit ner Situation nicht zufrieden sind. Und sowas akzeptiert man oder man ändert was. So.
Du hast dich durchgequetscht? Ich bin innerhalb von 15 Minuten rausgeflutscht *höhö*
@ Mme Lulubelle: Jo, manches verständlich, aber wenns sich immer wieder wiederholt ätzend.
Warum meckert mich hier eigentlich nicht mal jemand an??? Tztztz.
also echt mal, gemein was du hier schreibst:
du sprichst mir aus der seele :-)
auch im büro sprechen immer mehr beschäftigte vom *burnout*.
depri-blogs les ich gar keine :-)
funny grüße
bluhnah
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