Samstag, 9. Oktober 2010

Ich kann nicht = ich will nicht

„Ich kann nicht und ich weiß nicht warum“, sagte der Bauer zu seinem neuen Pferdchen, „ich habe heute keine Kraft das Feld zu bestellen.“

„Ich helfe dir.“ sagte das Pferdchen und legte sich mächtig ins Zeug.
Immer wieder wenn der Bauer mit seinen Kräften am Ende war oder nicht weiter wusste, legte das Pferd noch einen zu; immer wenn das Bäuerchen seine Hilfe benötigte, war es zur Stelle. (Dummes Pferdchen)
Es bekam hin und wieder gutes Futter und auch ein paar Streicheleinheiten, doch manches Mal stand es vor dem Bauern und verstand die Welt nicht mehr. Irgendwann jedoch wurde auch das Pferdchen traurig, weil der Bauer so kraftlos war und auch zwischendurch dem Pferd keinen Respekt schenkte. So ging es über Monate.
Das Pferdchen mochte den Bauern sehr, aber was sollte es tun um ihm zu helfen seine Kraft wieder zu erlangen?

Eines Tages sagte es: „Bauer, auch ich brauche auch einige Dinge damit ich weitermachen und bei dir bleiben kann, denn auch mir gehen die Kräfte verloren.“
Der Bauer hörte scheinbar aufmerksam zu, denn das Pferdchen war im sehr wichtig, tat es ihm doch gut. (Aber wieso forderte jetzt dieses Pferd etwas von ihm, wo es doch sonst so genügsam war? So etwas "geht gar nicht", denn er ist schließlich der Bauer.)
Sie unterhielten sich lange und oft und in der Folge erkannte der Bauer doch, dass er etwas tun musste, damit er das Pferdchen bei sich behalten konnte, oder etwas tun musste, um seinen Weg auch ohne es zu schaffen.

Ein paar Tage später war der Bauer wieder am Ende seiner Kräfte, doch ließ er es das Pferdchen diesmal nicht sofort merken. Zu viel beschäftigte ihn. Nicht einmal mit ihm sprechen konnte er darüber. Er hatte Angst und Zweifel, ob er sich und dem Pferdchen und dem ganzen Leben gerecht werden konnte und auch Angst, das Pferdchen zu verschrecken und damit zu verletzen, Angst davor, was kommen könnte.
So kam es, dass der Bauer das Pferdchen einfach im Stall ließ und lieber seinen eigenen Weg ging. Back to the roots den alten Spuren folgte, die ihm vertraut schienen.
Das Pferdchen wunderte sich zunächst. Es hatte sich so sehr auf den Tag gefreut und darauf, dem Bauern zur Seite zu stehen. Vielleicht hatte es dem Bauern zuviel abverlangt? Vielleicht hatte es sich selbst zu viel abverlangt!
Nun stand es im Stall und wartete und mümmelte sein Heu.
Nichts geschah.
Der Bauer jedoch wollte gar nichts nichts ändern und verkroch sich lieber in seine Hütte und die Sicht auf seine Welt, dachte an alte Zeiten.
„Ach ich weiß nicht, ich glaube, ich kann gar nichts ändern.“, meinte er zu sich selbst, tat nur die nötigsten Dinge und wählte den Weg, der ihm am Einfachsten erschien. Das war eine gute Idee, denn für alles andere fehlte ihm schließlich die Kraft.
"Ach, es geht doch auch ohne dieses neue meckernde und fordernde Pferdchen, dass ja so wenig Verständnis hat. Warum denn schwierig und anstrengend wenns auch einfach geht?", fragte er sich selbst und ging seine alten Wege.

Nach kurzer Zeit hatte das Pferdchen die Nase gestrichen voll, blies dem Bauern noch einmal kurz den Marsch, zerschmetterte seine Box, schloss die Tür fest hinter sich, verließ den Stall und den Bauern und graste fröhlich mit vielen anderen Pferden auf einer grünen Wiese unweit des alten Hofes. Es beschloss, nie wieder einem Bauern zu Diensten zu sein, der es zwar nicht zu schätzen aber dafür zu verletzen wüsste.
Und immer wieder sagte sich das Pferdchen: „Wie schön dass ich weiß, dass ich kann, weil weiß was ICH WILL, denn ich habe einen starken Rücken und einen noch dickeren Kopf.“ So begann es zu lächeln, ging zuversichtlich vorwärts, überließ den Bauern sich selbst (sowie seiner uralten Weltansicht und Einstellung) und fühlte sich befreit von dem Bedürfnis, zur Ziege zu mutieren.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Bei Ikea ausgesetzt

Ikea ist zum Herumstöbern und zum Zeitvertreib immer n nettes Ziel. Jedenfalls solange man ein paar Penunsen in der Tasche hat.

Wir schlunzen also abends gemütlich durch die Ausstellung, gucken hier und da, meine Freundin sucht händeringend nach nem Schuhschrank, da ertönt die Ansage:

"Ju Kwon und Saskia Soundso möchten gerne aus dem Smòland abgeholt werden."

Wir schlendern weiter. 15 Minuten später:

"Hendrik Dingenskirchen und Ju Kwon möchten gern aus dem Smóland abgeholt werden."

Es nähert sich 20 Uhr, der Laden steht kurz vor Feierabend.

3. Durchsage: "Ju Kwon möchte gern im Smòland abgeholt werden. Die Eltern von Ju Kwon mögen ihn bitte abholen!" Die Durchsage wird etwas eindringlicher, ein Seufzen ist auch zu vernehmen.

Wir fragen uns, ob da vielleicht jemand sein Kind entsorgt hat.

4. Durchsage, es ist fast 20:30 Uhr: "Ju Kwon wartet immer noch im Smòland auf die Abholung durch seine Eltern."


Die 5. Durchsage, mittlerweile ist es 20:55 Uhr und alles hastet zur Kasse, erreicht uns im Ausgang:

"Ju Kwon muss dringend abgeholt werden. Die Eltern von Ju Kwon bitte zum Smòland, wir schließen in 5 Minuten." Man hört noch Gemurmel des Herrn, der nun wirklich mächtig genervt klingt.
1,5 Stunden hat er versucht, dieses Kind wieder an seine Erzeuger loszuwerden und es ist nix passiert.

Oh ha. Vielleicht ist das die Art und Weise, wie man Kinder loswird?

Samstag, 2. Oktober 2010

ein Zitat: Wirklichkeit

Wirklichkeit ist das, was geschieht, in dem alle Reaktionen und Ideen, aller Glaube und Meinungen, die man hat, eingeschlossen sind. Darum muss man zuhören und lauschen.

Wenn Sie wirklich zuhören, dann geschieht dabei ein Wunder.
Das Wunder besteht darin, daß Sie ganz bei dem sind, was gesagt wird, und gleichzeitig Ihren eigenen Reaktionen lauschen.
"Krishnamurti, Das Licht in dir"


Kluges Männchen