Gestern auf der Autobahn Richtung Köln.
Ich bin spät dran und die A59 ist frei. Die Sonne scheint, die Bahn ist halbwegs trocken und ich kann Gas geben.
Dachte ich jedenfalls.
Ich fahre auf deine Kurve zu und plötzlich sehe ich kaum noch was. Nur noch die Bremslichter des ungefähr 50 - 80 Meter vor mir fahrenden LKW scheinen durch die dicke Nebelwand. Und er steht, der LKW. :-(
Ich steige voll in die Bremsen, ziehe auf den Seitenstreifen und verfehle den Auflieger um knappe 10 cm.
Mein Auto kommt auf dem Seitenstreifen zum stehen und ich knalle meinen Kopf auf das Lenkrad.
Tief durchatmen, Herzschlag runterfahren, weiterfahren.
Nach ner halben Stunde, einer Nebelwand, die genauso schnell weg war wie sie da war, nach gefühlten 80 Jahren und nem Leben, das ruckzuck an einem vorbeirauscht saß ich dann im Büro und war froh angekommen zu sein.
Mit meinem alten Auto hätte ich das nicht geschafft. Der hätte erstens länger zum Bremsen gebraucht und hatte es zweitens nicht so mit der Stabilität.
Ich fange an, mein Kleinvehikel zu lieben und dem Schutzengel auf der Rückbank zu vertrauen.
Und mehr und mehr wird mir bewusst, wie schnell es gehen kann, dass man weg ist. Einfach futsch vom Fenster, ausradiert, von der Platte geputzt.
Ich glaube die nächsten Tage kann mich nichts mehr schocken.
Die nächsten Tage muss ich nicht mal mehr mit dem Auto raus. Ich kann mich gemütlich daheim verlustigen, chillen, schneeschippen und mit dem Hund durch den Schnee toben.
Ok, ich könnte auch nicht Autofahren, weil es hier nicht geht. Alle lassen ihre Wagen stehen und gehen zu Fuß. Es wird nicht gestreut und ich habe 12% Gefälle zu bewältigen um in die Stadt zu gelangen. Mit Auto nicht möglich, weils spiegelglatt ist.
Jetzt frage ich mich nur noch, wo denn der angekündigte Schneesturm, der Blizzard, das Chaos bleibt. Wo sie sind, diese Unmengen, die sie vorhergesagt haben ...???
Das da draußen ist doch noch Peanuts gegen das von vor 2 Wochen, als wir wirklich endlich mal ordentliche weiße Pracht hatten.
Ich will mehr davon! Meterhohe Schneeverwehungen, Eiszapfen, mit dem Schlitten die Straße runtersausen und Schneelaternen bauen, meinen Kindern Schneebälle in den Nacken stopfen und ne rote Nase.
vor 17 Stunden
